Die Vorteile und Nachteile von WordPress Premium-Themes

Ist ein Premium-Theme die geeignete Wahl für eine Business Website?

Unzählige „Premium-Themes“ findet man heute für WordPress auf entsprechenden Marktplätzen und der Verkauft ist für einige Anbieter längst ein Millionengeschäft geworden. Doch eignet sich ein solches Theme für mein Projekt?

WordPress Premium-Themes sind kostengünstig zu haben und locken Kunden mit einem ansprechenden Design, vielen Funktionen und wenig Aufwand.  Doch nicht immer ist ein WordPress Premium-Theme die beste Wahl für ein Business-Projekt.

Von Premium-Themes hört man in den letzten Jahren andauernd. Sie werden von Entwicklern über spezielle Marktplätze, für kleines Geld verkauft. Sie zeichnen sich oftmals durch ein schickes und professionelles Design und unzählige Funktionen/Features aus. Die Kosten liegen oft bei einem Preis zwischen 20 bis 40 Euro. Für dieses Geld kann in Deutschland niemand ein eigenes Theme von einem professionellen Designer/Entwickler umsetzen lassen. Die Kosten würden bei mehreren tausend Euro liegen.

Warum sind Premium-Themes so günstig?

Das liegt daran, dass die Marktplätze für solche Themes enorm viele Kunden haben und die Themes nicht nur einmal, sondern viele Male verkauft werden. So wurden z.B. vom AVADA-Theme auf themeforest.net bisher fast 295.000 Exemplare verkauft. Der aktuelle Preis für dieses Theme beträgt 60,00 Dollar. Den enormen Umsatz mit alleine diesem einen Theme kann man sich also ganz schnell ausrechnen. Erliegt im mehrfachen Millionenbereich.

Für die Kunden bedeutet es, dass viele tausend andere Installationen mit dem gleichen Theme im Internet verfügbar sind. Selbstverständlich kann man ein Theme so anpassen, dass es sich optisch komplett vom Original unterscheidet. Es muss auch nicht unbedingt ein Nachteil sein, dass das eigene Theme auch von so vielen anderen geschätzt wird. Es kann ebenfalls für eine sehr gute Qualität des Themes und einen top Entwickler sprechen und es gibt wirklich gute Themes und Entwickler.

Auch wir setzen solche Themes für Kundenprojekte ein.  Die Gründe sind unterschiedlich. Manchmal weil das Budget für ein Projekt keine Eigenentwicklung zulässt, weil ein spezielles Theme gewünscht ist oder weil es einfach – mal wieder – schnell gehen muss.

Nicht immer die Beste Wahl

Trotz der Vorteile und der günstigen Anschaffung bringen solche Themes oftmals auch Probleme mit. Die Entwickler möchten mit dem Produkt den größtmöglichen Kundenkreis erreichen. Nicht selten sind die Themes deshalb bereits mit unzähligen Funktionen regelrecht vollgestopft. Damit man sich von Mitbewerber absetzen kann und mehr Kunden bekommt, werden immer mehr Funktionen einprogrammiert, um das Produkt einzigartig, skalierbar und für nahezu jede Anforderung passend zu machen. Aus Sicht des Anbieters ist diese Vorgehensweise selbstverständlich nachvollziehbar, für den Kunden und die Performance der späteren Website ist es nicht immer optimal. Die wenigsten Kunden werden die gesamte Funktionsvielfalt eines Premium-Themes nutzen. Nicht genutzte Features bleiben trotzdem enthalten. Diese nicht benötigten Funktionen können eine Website unnötig langsamer machen. Mittlerweile reagieren einige Anbieter und stellen die Möglichkeit bereit, einzelne Funktionen zu deaktivieren.

Auch individuelle Anpassungen sind oftmals mit erheblichen zusätzlichen Codezeilen und einem größeren Zeitaufwand verbunden. Sind diese dann nicht korrekt durchgeführt (Verwendung von Child-Themes etc.) können diese schnell aufwendig werden und spätere Aktualisierungen (Updates) des Themes durch den Hersteller erschweren.

Immer wieder finden sich (auch unter den beliebtesten Premium-Themes) Produkte, die die Pflege von Inhalten für die Redakteure im Backend erschweren machen. Teilweise werden hunderte Einstellmöglichkeiten und Optionen angeboten, die nicht selten zu Problemen führen können. WordPress steht eigentlich für eine einfache Handhabung im Backend, von der aber bei manchen kostenpflichtigen Themes nicht mehr viel übrig bleibt. Zudem können diese ganzen Optionen eine eventuelle Fehlersuche extrem erschweren.

Eine saubere Eigenentwicklung eines Themes bietet gerade hier Vorteile. Es gibt keinen unnötigen Ballast und das Backend bleibt übersichtlich und aufgeräumt.  Auch der Quellcode einer Website sollte immer so aufgeräumt und komprimiert wie möglich sein. Auch dies ist bei sehr vielen Premium-Themes nicht gegeben. Viele Themes verwenden 15 oder mehr externe Javascripte und produzieren unnötigen CSS und HTML-Code. Auch wenn fast alle Themes damit werben „für Suchmaschinen optimiert“ zu sein, bleibt am Ende nicht immer viel davon übrig.  Allerdings gibt es auch Premium-Themes, die viele dieser Probleme nicht verursachen. Die Schwierigkeit besteht darin, das geeignete Theme für das eigene Projekt zu finden.

Premium-Themes für Kundenprojekte

Viele Internetagenturen und Webdesigner nutzen solche Themes mittlerweile für Kundenprojekte. Man muss einfach sagen, dass die Qualität der Themes heute auf einem Stand ist, den viele kleine Entwickler unter Umständen vom Zeitaufwand her nicht selbst erreichen können.  Es gibt auch Kunden, die auf die Verwendung bestehen. In diesen Fällen spiegelt meist das Design die Vorstellungen des Kunden bereits wieder oder die Kosten der Projekte sollen möglichst gering gehalten werden.  Hingegen gibt es aber auch sehr viele Kunden, die aus den genannten Gründen bewusst kein solches Theme verwenden möchten. Das sind die Kunden, die viel Wert auf absolute Individualität, ein individuelles Layout, beste Performance, eine einfache Bedienung und eine Umsetzung exakt nach besonderen Vorgaben des Projektes wünschen.

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Tobias Karnetzke CEODer Autor: Tobias Karnetzke ist Mitinhaber der Internetagentur Karnetzke. Er ist seit 2004 selbständiger Webdesigner, Programmierer, SEO-Experte und Google zertifiziert. Agenturen im In- und Ausland vertrauen auf seine Erfahrung als Berater und WordPress-Spezialist. E-Mail: tk@karnetzke.de